Awareness auf dem Neusser Schützenfest: Wie Betroffene besser geschützt werden


Feiern in sicherer Atmosphäre – das Awareness-Konzept
Große Volksfeste wie das Neusser Bürger-Schützenfest bringen tausende Menschen zusammen. Doch nicht für alle fühlt sich das Feiern sicher an. Sexuelle Belästigungen, unerwünschte Berührungen oder abwertende Bemerkungen können die Stimmung kippen lassen – und Betroffene fühlen sich oft allein.
Genau hier setzt die Kampagne „SCHÜTZEN. UNTERSTÜTZEN.“ der Frauenberatungsstelle Neuss an. In Zusammenarbeit mit dem Schützenzug „Nüsser Divergenten 2019“ werden während des Festes in diesem Jahr nicht nur Informationsplakate in den Toilettenwagen auf dem Schützenfest platziert, die klar und niedrigschwellig zeigen, dass es Anlaufstellen wie die Frauenberatungsstelle gibt. Zum Schützenfest 2026 gibt es eine zusätzliche Bierdeckelaktion, die darauf aufmerksam macht, dass die Schützen der Nüsser Divergenten dabei unterstützen, Betroffenen einen sicheren Raum schon während des Schützenfests zu bieten und die Sichtbarkeit der Thematik aufzugreifen.
Gewalt im Festkontext enttabuisieren
Sexualisierte Gewalt und Belästigung sind keine Einzelfälle. Medienberichte über Vorfälle beim Neusser Schützenfest zeigen: Unerwünschtes Küssen, derbe Beleidigungen oder übergriffiges Verhalten kommen vor. Was früher teils als „Kavaliersdelikt“ verharmlost wurde, wird heute zunehmend gesellschaftlich geächtet und rechtlich verfolgt.
Die Frauenberatungsstelle Neuss arbeitet seit rund 40 Jahren daran, Gewalt gegen Frauen* und Mädchen* sichtbar zu machen und Betroffene zu stärken. Die Awareness-Arbeit auf dem Schützenfest ist Teil dieser Präventionsarbeit: Sie schafft Bewusstsein, benennt Verantwortung und zeigt Wege auf.
Konkrete Hilfsangebote der Frauenberatungsstelle
Die Frauenberatungsstelle Neuss bietet kostenfreie, vertrauliche und auf Wunsch anonyme psychologische und psychosoziale Beratung für Frauen* und Mädchen* ab 14 Jahren im Rhein-Kreis Neuss. Die Beratung kann persönlich, telefonisch oder per E-Mail erfolgen.
Themen können sein:
- sexualisierte Gewalt und Belästigung
- Lebenskrisen und belastende Konfliktsituationen
- Orientierung nach Grenzverletzungen
- langfristige Begleitung und Empowerment
- weitere Krisen- und Notsituationen, in denen Betroffene Unterstützung suchen.
Neben dem Hauptsitz in der Neusser Innenstadt gibt es Zweigstellen in Grevenbroich, Dormagen und Meerbusch – alle mit Terminen nach Vereinbarung.
Sie sind nicht allein: Jetzt Kontakt aufnehmen
Ob während des Festes oder danach: Wenn Sie eine Grenzverletzung erlebt haben oder sich unsicher fühlen, können Sie sich jederzeit an die Frauenberatungsstelle wenden. Die Beratung erfolgt in einem geschützten Rahmen, mit Schweigepflicht und auf Augenhöhe.
Kontakt:
- Telefon: 02131/27 13 78
- E-Mail: mail@fbst-ne.de
Feiern soll sich sicher anfühlen – für alle. Die Frauenberatungsstelle im Rhein-Kreis Neuss steht Ihnen zur Seite.
FAQs
Was bedeutet Awareness auf dem Schützenfest?
Awareness bedeutet, ein Bewusstsein für Grenzverletzungen und Gewalt zu schaffen und sichere Anlaufpunkte bereitzustellen. Beim Neusser Schützenfest informieren Plakate in Toilettenwagen über Hilfsangebote für Frauen und Mädchen, die Belästigung oder Übergriffe erleben. Die Nüsser Divergenten tragen das Symbol der Kampagne an ihrer Uniform und Betroffene können sich auf der Festwiese an der Beachflag der Frauenberatungsstelle orientieren.
An wen kann ich mich während des Festes wenden?
Die Kampagne „SCHÜTZEN. UNTERSTÜTZEN.“ macht durch die Beachflag auf der Festwiese auf die Frauenberatungsstelle sowie die geschulten Schützen der Nüsser Divergenten aufmerksam. Plakate in den Toilettenwagen sowie die Bierdeckel, die auf dem Gesamten Schützenfest ausgelegt werden, zeigen Kontaktmöglichkeiten. Nach dem Fest können Sie sich telefonisch oder per E-Mail an die Beratungsstelle wenden.
Ist die Beratung wirklich vertraulich und kostenfrei?
Ja. Die Frauenberatungsstelle im Rhein-Kreis Neuss bietet psychologische und psychosoziale Beratung kostenfrei, vertraulich und auf Wunsch anonym an. Alle Mitarbeiterinnen unterliegen der Schweigepflicht. Die Beratung erfolgt nach telefonischer Anmeldung und Terminvereinbarung.
Was kann ich tun, wenn ich eine Grenzverletzung beobachte?
Sie können die betroffene Person ansprechen, fragen, ob sie Unterstützung braucht, und auf die Awareness-Aktion der Nüsser Divergenten oder die Frauenberatungsstelle direkt hinweisen. Bei akuter Gefahr wenden Sie sich an das Ordnungsamt oder die Polizei vor Ort.


